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Nikotin
betäubendes Gift im Tabak
Nikotin
ist ein flüssiges Gift der Tabakpflanze. Nikotin ist farblos,
wasserlöslich und hat einen betäubenden Geruch. Nikotin
kann auch synthetisch hergestellt werden. Sogenanntes Rohnikotin
wird als Schädlingsbekämpfungsmittel in Landwirtschaft
und Gartenbau eingesetzt.
Die
Tabakpflanze, in der das Nikotin enthalten ist, gehört zu den
Nachtschattengewächsen und wird vorwiegend in subtropischen
Gebieten angebaut. Getrocknet und geschnitten wird die Pflanze zu
Zigaretten, Zigarren oder Pfeifentabak verarbeitet. Tabak bzw. Nikotin
ist eine legale Droge, die auf den Körper und die Gefühle
des Menschen wirkt.
Rauchen,
Schnupfen, Kauen
Nikotin bzw. Tabak wird als Zigarette, Zigarre oder Pfeifentabak
geraucht. Das Schnupfen geriebenen Tabaks oder das Kauen von Tabakblättern
ist heute sehr selten geworden. Zigarettenrauchen ist mit großem
Abstand die häufigste Form, Nikotin zu konsumieren. Der Raucher
reguliert die Nikotinzufuhr durch die Häufigkeit und Stärke
des Zugs an der Zigarette. Leichte Zigarettenmarken mit geringem
Nikotingehalt führen daher meist zu höherem Konsum oder
kräftigerem Einatmen des Rauchs.
- Die
Wirkung

- Nikotin gelangt
über die Schleimhäute in die Blutbahn und so ins Gehirn.
Von dort beeinflußt es das gesamte Nervensystem und kann
sowohl anregende als auch entspannende Wirkung haben. Nikotin
wirkt sehr schnell.
Beim ersten
Konsum reagiert der Mensch in der Regel mit Übelkeit und
Schwindel. Doch der Körper gewöhnt sich schnell an Nikotin.
Raucher beschreiben folgende angenehme Wirkungen:
Beruhigung
bei Nervosität
Entspannung
Anregung
bei Müdigkeit
Verringerung
von Hungergefühlen
Gefühl
der Geborgenheit und Souveränität
Selbstsicherheit.
Gleichzeitig
sind körperliche Reaktionen meßbar, wie zum Beispiel
Verengung
der Blutgefäße
Blutdruckanstieg
schnellerer
Herzschlag.
- Akute
Gefahren

- Nikotin ist
ein hochwirksames Nervengift. Zunächst regt es die Nervenzellen
an, später wirkt es lähmend. Die tödliche Dosis
von 50 Milligramm wird bei einem Erwachsenen durch Rauchen nicht
erreicht, da Nikotin im Körper durch die Leber sehr schnell
wieder abgebaut wird.
- Die Nikotinmenge
einer Zigarette würde - auf einmal eingenommen eine schwere
Vergiftung zur Folge haben. Für Kinder ist diese Menge tödlich.
- Langfristige
Gesundheitsschäden durch Nikotin

- Nikotin verursacht
Gefäßverengungen, die Herz- und Kreislaufschäden
zur Folge haben. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall
zu bekommen, wird erhöht. Durch mangelhafte Durchblutung
des Körpers kann die Sehkraft nachlassen. Verschlüsse
in den Blutgefäßen der Beine verursachen das sogenannte
Raucherbein, das im schlimmsten Fall amputiert werden muß.
Langfristige
Gesundheitsschäden durch Teer und andere Schadstoffe
Neben dem
Nikotin enthält der Tabakrauch noch weitere Schadstoffe.
Etwa 40 davon sind krebserregend, unter anderem der Teer. Diese
winzigen Teerteilchen setzen sich in den Lungen und Bronchien
ab und schädigen bzw. zerstören dort die Flimmerhärchen,
die die Atemluft filtern. Die Atemorgane werden anfällig
für Bakterien und Viren. Starker Husten und chronische Bronchitis
sind die ersten Anzeichen für eine Schädigung der Atemwege.
Lungenkrebs gilt als typische Raucherkrankheit. Man geht davon
aus, daß 85 Prozent aller Menschen, die an Lungenkrebs sterben,
Raucher sind.
Kohlenmonoxid
ist ein weiterer gefährlicher Bestandteil des Tabakrauchs.
Das giftige Gas gelangt ins Blut und wird dort anstelle des lebenswichtigen
Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen gebunden. Sauerstoffmangel
ist die Folge.
- Rauchen verringert
langfristig die seelische und körperliche Leistungsfähigkeit
und verkürzt die Lebenserwartung. Circa 90 000 Menschen sterben
jedes Jahr an tabakbedingten Krankheiten.
Gesundheitsschäden
auf einen Blick
Erhöhte
Krankheitsanfälligkeit durch chronische Bronchitis
Schwere
Atemnot durch Lungenblähung (Emphysem)
Lungen-
und Bronchialkrebs, Kehlkopf- oder Mundhöhlenkrebs
Durchblutungsstörungen
der Herzkranzgefäße und äußeren Gliedmaßen
durch Verengung und Verkalkung der Blutgefäße
Raucherbein
Magenschleimhautentzündungen,
Magengeschwüre.
- Passivrauchen

- Nichtraucher
rauchen passiv mit.
Da der
Raucher nur etwa ein Viertel des Tabakrauchs aufnimmt und diesen
zum Teil wieder ausatmet, gelangt der Rest des Rauchs in die umgebende
Luft. Das ist der ungefilterte Nebenstromrauch der glimmenden
Zigarette. Die Schadstoffkonzentration in diesem Rauch ist bis
zu 130mal stärker, so daß auch im Raum anwesende Nichtraucher
gefährdet sind. Damit sind sie den gleichen Gesundheitsrisiken
wie die aktiven Raucher ausgesetzt. Für Kinder ist das Passivrauchen
besonders gefährlich, denn sie reagieren auf Nikotin und
die übrigen Schadstoffe weitaus empfindlicher. Kinder von
rauchenden Eltern erkranken häufiger an Atemwegsentzündungen
und Infektionen als Kinder von Nichtrauchern. Passivrauchen wird
von einigen Wissenschaftlern als eine Ursache für den Plötzlichen
Kindstod gesehen. Wenn Kinder im Raum sind, sollten die Erwachsenen
Rücksicht nehmen und nicht rauchen.
Schwangere sollten
nicht rauchen, da sie alle Schadstoffe über den gemeinsamen
Blutkreislauf direkt an das ungeborene Kind weitergeben.
- Vom
Genuß zur Abhängigkeit

- Nikotin verursacht
rasch eine körperliche und seelische Abhängigkeit. Die
körperliche Entwöhnung von der Droge Nikotin dauert
jedoch nur wenige Tage und verursacht nur leichte Entzugserscheinungen.
Weitaus stärker ist meist die seelische Abhängigkeit
vom Rauchen. Viele Süchtige schaffen es erst, unabhängig
zu werden, wenn sich die ersten Gesundheitsschäden bemerkbar
machen.
- Aktueller
Konsum
- Nikotin
wurde bislang als Genußmittel, gesellschaftlich akzeptiert.
ln den letzten Jahren wird der Trend zum Nichtrauchen zunehmend
von den Gesundheitsbehörden gefördert. Trotzdem raucht
in Deutschland ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren
(circa 18 Millionen Menschen). Bei den Männern liegt der
Anteil bei etwa 35 Prozent, bei den Frauen bei etwa 20 Prozent.
- Laut Weltgesundheitsorganisation
(WHO) gibt es weltweit rund 1,1 Milliarden Raucher. Die
jährliche Weltproduktion: Tabak mit rund sechs Millionen
Tonnen, Zigaretten mit circa 4 700 Milliarden Stück.
Wichtigste Verdienstmöglichkeit
in vielen Ländern ist der Tabakanbau, über 15 Millionen
Bauern und ihre Familien leben davon.
- Die
Geschichte des Tabaks
- Die
ersten Hinweise auf den Tabak- bzw. Nikotinkonsum finden sich
schon in Darstellungen der Mayas 600 v. Chr.. Bei nordamerikanischen
Indianern hatte das Tabakrauchen, zum Beispiel beim Rauchen der
Friedenspfeife, kultische Bedeutung. Bis zur Entdeckung Amerikas
war Tabak nur dort bekannt.
Die Tabakpflanze
wurde in Mitteleuropa zunächst als Heilpflanze verwandt,
später kam sie auch als Genußmittel in Mode. Bald mischten
sich die lokalen Regierungen in die Tabakwirtschaft ein und vergaben
Konzessionen und Monopole. Sie erhoben Zölle und Steuern,
manchmal, um die Sucht zu bekämpfen, aber auch, weil Tabak
als lukrative Einnahmequelle erkannt worden war.
Zunächst
wurde Tabak in einer Pfeife geraucht, später in Zigarren.
Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zigaretten produziert.
Die erste Zigarettenmaschine von 1881 in den USA stellte 200 Zigaretten
pro Minute her. Damit wurde der Nikotinkonsum erheblich vereinfacht.
Rauchverbote
Der Tabak
und das Rauchen hatten schon bald zahlreiche Gegner, die diese
neue Mode mit teils drastischen Gesetzen unterbinden wollten.
So verbot zum Beispiel Zar Michael Feodorowitsch 1634 das Rauchen
bei Verlust der Nase. Friedrich der Große, selbst Raucher,
verbot wegen Feuergefahr das Rauchen auf offener Straße.
Schon 1651 gab es in Württemberg ein Anbauverbot für
Tabak.
Jugendlichen ist
das Rauchen erst ab dem 16. Lebensjahr erlaubt.
- Tabaksteuern
und Gesetze in Deutschland

-
Auf jeder Zigarettenschachtel und in der Werbung muß die Warnung "Rauchen
gefährdet die Gesundheit" laut Gesetz erscheinen. Ebenso
sind die Hersteller verpflichtet, den Nikotin und Teergehalt einer
Zigarette auf der Packung anzugeben. Tabakwaren dürfen nicht
an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft und nicht von ihnen in
der Öffentlichkeit konsumiert werden. Seit 1974 darf in Radio
und Fernsehen nicht mehr für Tabakerzeugnisse geworben werden.
Tabakindustrie
und Werbung
1990 gab
es in den alten Bundesländern 725 000 Zigarettenautomaten
und 450 000 Verkaufsstellen für Tabak. Die Hälfte aller
Zigaretten wird an Automaten gekauft.
Circa 300 verschiedene
Zigarettenmarken sind in Deutschland auf dem Markt. Die Tabakwerbung
ist sehr umstritten. Die Europäische Union plant das völlige
Verbot von Werbung für Tabakwaren.
Die Kosten der
durch Rauchen verursachten Schäden - zum Beispiel Krankheit
und Frühinvalidität - sind sehr hoch.
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