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Der gefährliche
Wachmacher
Speed
ist der Szeneausdruck für Amphetamin. Amphetamin wird als Mittel
gegen Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und als Appetitzügler
eingesetzt. Es ähnelt chemisch dem körpereigenen Hormon
Adrenalin.
Speed
ist illegal, es wird als "dreckige" und unterschätzte Droge
bezeichnet. Aufgrund seiner physischen und psychischen Wirkungen
gilt es als stark suchtfördernd. Bei der Zahl der Toten durch
Speed gibt es eine große Dunkelziffer. Es muß davon
ausgegangen werden, daß die Ursache des Todes als Folge der
Einnahme chemischer Drogen bei einem Herzstillstand oder bei einem
Autounfall häufig nicht erkannt wird.
Übermäßiger
Speedkonsum soll mit für den Tod von Elvis Presley verantwortlich
sein.
- Pulver
mit großem Risiko

- Speed wird als
weißes Pulver, als Pille oder Kapsel auf dem illegalen Markt
angeboten. Es wird
geschnupft
oder
geschluckt,
seltener
geraucht
inhaliert
gespritzt.
Äußerlich wie Kokain, wird Speed häufig in Konsistenz
und Wirkung damit verglichen. Kokain allerdings ist erheblich
teurer.
Gerade weil Speed illegal in dubiosen Labors hergestellt und über
Zwischenhändler vertrieben wird, sind Zusammensetzung und
Stärke in den meisten Fällen nicht bekannt. Verunreinigungen,
Beimischungen und unbekannte Dosierungen sind die Regel. Dealer
mischen dem Pulver häufig Streckmittel bei, die Vergiftungserscheinungen
verursachen können. Von Speed geht deshalb ein hohes Risiko
aus. Die gefährlichsten Amphetamin-Mischungen sind Crack,
Crystal oder Ice. Bei reinem Amphetamin wiederum besteht die große
Gefahr der Überdosierung. Dieses Risiko ist vom Konsumenten
nicht einzuschätzen.
- Langanhaltende
Wirkung

- Amphetamine
ähnelt chemisch dem Adrenalin, das den Körper bei Gefahr
auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Der Konsument von Speed erlebt
gesteigerte Wachheit und ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit
und Unbeschwertheit. Dem erlebten Gefühl der größeren
Leistungsfähigkeit entspricht tatsächlich keine größere
Leistung.
Speed vermindert die Fähigkeit zur Selbstkritik. Unrast,
Selbstüberschätzung und Waghalsigkeit sind die Folge.
Die Droge macht aggressiv, häufig kommt es zu unkontrollierter
Gewalt. Speed unterdrückt - wie auch Kokain und Ecstasy -
das Hunger- und Durstgefühl. Siehe auch die Schubladen: Ecstasyund
Kokain.
Beim Tanzen in der Disko verliert der Körper eine Menge Flüssigkeit
- bis zu zwei Liter pro Stunde. Durch die Unterdrückung des
Hunger- und Durstgefühls als Folge des Speedkonsums wird
das Absinken des Flüssigkeitsspiegels nicht bemerkt, der
Körper wird ausgezehrt. Es kommt zum Kreislaufzusammenbruch.
Bereits bei niedriger Dosierung (5 bis 10 mg)
werden
Herzschlag und Atemfrequenz erhöht
der
Konsument wird appetitlos
der Mund trocken.
Bei höherer Dosierung (10 bis 20 mg)
verstärken
sich die Symptome
dazu
können Übelkeit und Kopfschmerzen kommen.
Bei noch höheren Dosierungen kommt es
zu Kreislaufversagen
tiefer
Bewußtlosigkeit
Tod durch Überdosierung.
Der intravenöse Konsum gilt als besonders gefährlich.
Die Wirkung von Speed dauert sehr lange meist mehr als acht Stunden.
Dies ist häufig ein Grund für Jugendliche, von Ecstasy
auf Speed zu wechseln.
- Leichtsinnige
Mischung

- Drogenmischkonsum
erhöht das gesundheitliche Risiko und das Risiko von Zwischenfällen
mit tödlichem Ausgang.
Amphetamin wird häufiger als jedes andere Mittel mit anderen
Drogen kombiniert. Mit der Kombination von Amphetaminen und Beruhigungsmitteln
(Barbituraten) wird ein besonders intensiver Rausch gesucht. Dieser
Rausch kann aber unberechenbar und unkontrollierbar sein.
Der gleichzeitige Gebrauch von Alkohol und Speed kann ebenfalls
zu einem schweren Rausch führen. Es besteht die Gefahr der
Selbstüberschätzung und des Leichtsinns zum Beispiel
beim Autofahren. Weitere Folgen: Völliger Kontrollverlust
und Geistesabwesenheit.
- Gesundheitsschäden
auf lange Sicht

- Bei Speedkonsum
werden die natürlichen Leistungsgrenzen hinausgeschoben,
Warnsignale wie Ermüdung und Erschöpfung nicht mehr
wahrgenommen. Die Folgen:
totale Erschöpfung
Schlafstörungen
Depressionen.
Dies wiederum kann zu der vermehrten Einnahme von Speed führen.
Außer körperlichen Nebenwirkungen wie
Herz- und Gliederschmerzen
Leberschäden
Kreislaufproblemen
Auszehrung und
KrampfanfäIlen
können bei starkem Dauerkonsum psychische Veränderungen
auftreten:
Es kommt zu
Stimmungsschwankungen
starken
Halluzinationen
Angstzuständen
Verfolgungswahn
Selbstmordgedanken.
Speedkonsum kann psychische Krankheiten zum Ausbruch bringen.
Depressive Zustände nach häufigem Speedkonsum können
Selbstmordgedanken auslösen.
Bei starkem und häufigen Speedkonsum wird die Menstruation
bei Mädchen und Frauen gestört und setzt eventuell ganz
aus. Besonders gefährdet sind außerdem Menschen mit
Herzrhythmus- oder Leberfunktionsstörungen, Zuckerkrankheit,
Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder erhöhtem
Augeninnendruck.
- Vom
Mißbrauch zur Abhängigkeit

- Amphetamine
machen schnell seelisch abhängig. Es ist anzunehmen, daß
es auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommt. Um
immer wieder die gleiche Wirkung zu erleben, muß die Dosis
immer weiter gesteigert werden. Bis zu Mengen, die für Erstkonsumenten
bereits tödlich sein können. Um schlafen zu können,
werden dann Beruhigungsmittel genommen. Ein Teufelskreis. Der
Schlaf-Wach-Rhythmus gerät völlig aus dem Takt. Körper
und Geist geraten unter einen Dauerstreß, dem der Konsument
schließlich nicht mehr gewachsen ist.
- Der
Entzug

- Die körperlichen
Abstinenzerscheinungen nach Entzug von Amphetamin sind schwächer
als bei Opiatentzug. Dennoch ist der Entzug nicht einfach: Die
Merkmale einer akuten Geisteskrankheit klingen spätestens
nach einigen Wochen ab. Niedergeschlagenheit, Depressionen, allgemeine
Schlappheit und ein enormes Schlafbedürfnis sind typisch.
Dies kann zu einer erneuten Einnahme von Speed führen. Die
Gefahr, rückfällig zu werden, ist groß.
- Die
Geschichte des Amphetamins

- Nach der Laborentwicklung
1887 dauerte es noch über zwei Jahrzehnte, bis die psychische
Wirkung des Amphetamins entdeckt wurde.
In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts galt Amphetamin als Wundermittel,
das zu allerlei Behandlung eingesetzt werden konnte. Es wurde
bei Neurosen und Depressionen als Stimmungsaufheller, auch bei
Alkoholismus und Epilepsie, bei Fettleibigkeit als Appetitzügler
verwendet. Nach dem Verbot von Kokain Ende der 20er Jahre wurde
Amphetamin zur Ersatzdroge für Kokser.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Speed zur Aufputschdroge, die in großen
Mengen in verschiedenen Armeen vor allem bei Fliegern eingesetzt
wurde. Schließlich machte die Droge für Stunden hellwach
und waghalsig. Noch in den 6oer Jahren waren Amphetamine in der
amerikanischen Armee üblich. Mit der Rock'n'Roll-Welle in
den 5oer Jahren wurden Amphetamine meist in Verbindung mit Alkohol
populär, später dann als leistungssteigerndes Mittel
bei Schülern und Studenten.
Amphetamine gelten als Dopingmittel bei Ausdauersportlern wie
Radfahrern und Langstreckenläufern, um jedes Gefühl
von Müdigkeit zu unterdrücken und die körperlichen
Reserven voll auszuschöpfen.
- Recht

- Amphetamine
und Methamphetamine fallen unter das Betäubungsmittelgesetz
und sind verschreibungs- und rezeptpflichtig.
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